Charisma und Zuhören – gibt es Zusammenhänge?

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Sollen Charismatiker etwa gute Zuhörer sein? Warum das? Wo sind da die Zusammenhänge? Vielen Charismatikern sagt man nach, dass sie gute Redner seien. Das mag häufig zutreffen. Aber sind Charismatiker deshalb auch gute Zuhörer?

Die meisten Menschen denken, sie können zuhören. Aber stimmt das auch? Können wir wirklich gut zuhören? Echtes Zuhören ist nämlich keineswegs das gleiche wie das, was wir im Alltag unter Zuhören so verstehen. Seien wir mal ehrlich. Kennen Sie nicht auch eine solche Situation?

Irgendein alltägliches Problem in der Firma. Sie haben Ihre eigene Meinung dazu, Ihr Kollege ebenfalls und der Chef sowieso eine andere. Eine Diskussion entsteht. Und Ihr Eindruck ist, dass das, was Ihr Kollege sagt, am eigentlichen Problem vorbei geht. Und Ihnen brennt Ihr Diskussionsbeitrag unter den Nägeln. Und während Ihr Kollege noch seine Gedanken ausführt und Sie ihn der Höflichkeit halber auch (noch) nicht unterbrechen, warten Sie nur auf ein Stichwort, auf das Sie einhaken können. Echtes Zuhören ist das nicht – wenn wir mal ganz ehrlich sind.

Denn echtes Zuhören ist mehr als das Warten auf ein Stichwort.
Wissenschaftliche Untersuchung zeigen, dass die meisten Menschen in Diskussionen und Gesprächen ihrem Gesprächspartner nicht wirklich zuhören, sondern nur auf eine Gelegenheit lauern, die eigenen Gedanken in Worte zu fassen. Echtes Zuhören bedeutet nämlich, sich auf das zu konzentrieren, was der Gesprächspartner sagt, anstatt während seiner Ausführungen bereits die eigenen Sätze gedanklich zu konstruieren.

Und in diesem Moment erfordert das Zuhören Disziplin.
Dieser Vorgang ist ungewohnt für die meisten von uns. Die volle Konzentration auf das zu lenken, was der Gesprächspartner sagt. Das erfordert nicht nur Höflichkeit, sondern auch Disziplin, denn unsere eigenen Gedanken schweifen beim Zuhören immer wieder ab. Wir neigen dazu, uns zu jedem Argument des Gegenübers gleich mehrere Gegenargumente einfallen zu lassen. Beim echten Zuhören jedoch, müssen wir uns ganz auf unseren Gesprächspartner einlassen. Nur so haben wir eine Chance wirklich zu verstehen, was er uns sagen möchte.

Diese Form des Zuhörens bedeutet, dem Gesprächspartner wirklich die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Machen Sie den Test! Sie werden feststellen, dass dies etwas völlig anderes ist.

Macht Zuhören denn nun charismatisch?
Alle Menschen lieben es, wenn ihnen jemand wirklich Gehör und Aufmerksamkeit schenkt. Und alle Menschen finden denjenigen, der diese Kunst wirklich beherrscht automatisch sympathisch. Sie haben nämlich nach einem solchen Gespräch den Eindruck, dass der Zuhörer ein wunderbarer Gesprächspartner ist. Obwohl er vielleicht kaum etwas gesagt haben. Die Kunst war das Zuhören. Und diese Kunst lässt die Ausstrahlung und die Attraktivität automatisch steigen.

Dazu kommt, dass gute Zuhörer durch ihre Kunst viel mehr über ihre Gesprächspartner erfahren. Über ihre Wünsche und Bedürfnisse. Und ein guter Teil „charismatischer Strategie“ ist auch in der Erfüllung von Bedürfnissen begründet. Wie Eltern einem Kind Bedürfnisse erfüllen, so kann auch ein Charismatiker, der ein guter Zuhörer ist, den Bedürfnissen anderer gerecht werden. Und dies erhöht deutlich den Charisma-Faktor.

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