Informationsflut – oder: Wozu brauchen wir Charisma

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Informationsflut, Informationszeitalter, Informationsmöglichkeiten. Alles Begriffe, die nicht annähernd erklären, welchen Massen an Informationen der moderne Mensch ausgesetzt ist. Die riesige Menge an Informationen macht das Filtern derselben immer schwieriger.

Nie war es leichter an Informationen zu kommen – und nie war es schwerer, sie zu selektieren.

Wem ist es noch nie passiert, dass er im Netz eine Information suchte und bei völlig anderen Themen hängen blieb?

Wenn Sie analysieren, wann und warum man bei „etwas hängen bleibt“, dann gibt es immer einen sogenannten „Hook“, einen Haken, also eine Art Angelhaken, der Sie geködert hat. Das muss gewiss nichts Schlechtes sein und es ist interessant, daraus zu lernen.

Warum gehen gewisse Informationen unter und andere ködern uns selbst dann, wenn wir nicht mal nach dem Thema suchen?

70% unserer Handlungen und unserer Gefühlsmuster werden über das Unterbewusstsein gesteuert – so die moderne Hirnforschung. Dies bedeutet, dass wir die Selektionsprozesse die meiste Zeit unbewusst durchführen.

Ein Hook greift also auf unser Unterbewusstes zu. Er ködert uns sozusagen an Stellen, derer wir uns nicht unmittelbar bewusst sind.

Das kann das „Interesse hinter dem Interesse sein“ (z.B. suchen Sie möglicherweise nach einer Information zu einer Hausarbeit, bleiben aber bei einer Information zu einem Computerspiel hängen, weil Sie das in Wirklichkeit gerade viel interessanter finden), oder auch einfach eine Schlagzeile, mit der Sie sich irgendwie identifizieren können.

Was ist nun eigentlich mit den Inhalten, die Sie an jemanden vermitteln wollen? Wir wissen heute, dass Informationen besser ankommen, desto persönlicher sie vermittelt werden – was natürlich wieder mit dem „Hook“ zu erklären ist. Wenn Sie mit einem Menschen persönlich sprechen, stellen Sie sich auf ihn ein, wählen die Sprache und die Argumente, von der Sie annehmen, dass sie überzeugen.

Deshalb verfehlen Newsletter meist auch 60% oder mehr ihre Wirkung. Der persönliche Zuschnitt ist quasi Glücksache.

Ihre Informationen müssen also auch mit einem Hook versehen werden. Auch dann, wenn Sie mit dem Vorgesetzten im Aufzug kurz sprechen, oder der Sekretärin am Telefon was mitteilen. Wenn der Angesprochene gerade einem informativen Overload ausgesetzt ist, ist es um so wichtiger, die Information mit einem Haken zu versehen, der hängen bleibt und ködert. Sonst geht das Gesagte zum einen Ohr rein und zum anderen raus und das ist nicht mal Interesselosigkeit, sondern schlichte Überforderung.

Der beste Hook ist man übrigens selbst. Wenn man als Mensch beeindruckt, bleibt auch das, was man gesagt hat, länger im Gedächtnis. Weil der Gesprächspartner einen im besten Sinne für „bemerkenswert“ hielt. Weil jeder Mensch Vorurteile hat. Sagt ein interessanter Mensch etwas, wird diese Information für wichtiger gehalten, als wenn es einer tut, den wir für langweilig, oder unwichtig halten.

Wer häufig um Aufmerksamkeit kämpfen muss, sollte sich also die Frage stellen, ob es eventuell an der eigenen Ausstrahlung etwas zu verbessern gäbe.

Ihre wichtigen Informationen stehen und fallen also mit Ihrer Persönlichkeit. „Charisma“ ist schlussendlich nur eine Zuschreibung, eine Eigenschaft, die uns andere mitgeben.

Wir können aber dafür sorgen, dass wir uns entwickeln. Das wir spannend werden, oder bleiben. Und das unsere wichtigen Inhalte auf diese Weise das größtmögliche Gehör finden.

 

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