Körpersprache und Ausstrahlung

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Die häufigste Sprache ist die Körpersprache
Während ich an meinem Computer sitze und meine Kontakte auf einer bekannten Business-Social-Media-Plattform durchsehe, fällt mir etwas ins Auge. Ein interessantes Phänomen fesselt mich gerade: die Körpersprache von Männern auf vielen Fotos. Ich weiß, Frauen haben mit ihrer Körpersprache auch immer wieder ein Problem, auch sie wissen in vielen Situationen nicht, wohin sie ihre Händen stecken sollen. Aber Männer verschränken, weitaus häufiger als Frauen, auf Fotos ihre Arme.

Körpersprache: Verschränkte Arme blocken den Betrachter
So richtig bewusst damit auseinander gesetzt habe ich mich, als mein Mann und ich selber neue Bilder für unsere Homepages machen ließen. Ich selber hatte auch ein paar Mal die Tendenz, meine Arme zu verschränken und bei meinem Mann konnte ich das ebenfalls beobachten. Auch er kämpfte beim fotografiert-werden mit seiner Körpersprache. Verschränkte sofort die Arme. Mich brachte das auf den Gedanken, mal ein wenig zu recherchieren, wie es anderen Menschen geht. Und in der Tat. Sieht man sich Fotos an, bemerkt man, dass häufiger Männer mit verschränkten Armen darauf abgebildet sind. Vor allem, wenn es sich nicht um Schnappschüsse handelt. Aber was sagt uns die Körpersprache? Und speziell die verschränkten Arme?

Körpersprache spricht immer die Wahrheit
Wir alle interpretieren Körpersprache bei unserem Gegenüber unaufhörlich. Natürlich ist dies kein bewusster Vorgang. Dennoch steuert dies die gesprächsebene. Das Gefühl, was beim Betrachter der Körpersprache entsteht, ist übrigens ziemlich das gleiche, was derjenige hat, dessen Körpersprache gerade interpretiert wird. Und was sagen die verschränkten Arme? Wenn jemand nicht gerade friert, fast immer etwas wie: „Lass mich in Ruhe, mir ist das zu viel“ oder „bis hierhin und nicht weiter“. Verschränkte Arme schützen nämlich vor neugierigen Blicken und davor, sich öffnen zu müssen. Die Körpersprache eines Menschen plaudert also mitunter sehr viel mehr aus, als einem lieb sein kann. Und sie spricht immer die Wahrheit. Was also kann man tun, um nicht unfreiwillig Dinge über sich selber preis zu geben?

Die Körpersprache bei andren Menschen zu beobachten …
… sollte erstes Mittel der Wahl sein. Wer gut beobachtet lernt viel über diese Sprache. Auch über die eigene Körpersprache. Versuchen Sie also als zuerst bewusst die Körperhaltung anderer Menschen wahrzunehmen. Und schauen Sie dabei ebenso bewusst die eigenen Reaktionen. Was empfinden Sie, wenn sie die Körpersprache Ihres Gegenübers anschauen? Fühlen Sie sich eingeladen, abgelehnt, distanziert, frei, glücklich? Sie werden bemerken, dass alleine die bewusste Wahrnehmung der Körpersprache anderer Menschen Ihnen selber hilft, die eigene Körpersprache bewusster zu führen.

Experimente mit Körpersprache
Um die Kunst der Körpersprache zu erlernen, sollten Sie auch bewusst Experimente machen. Dies ist aber erst empfehlenswert, wenn Sie bereits eine relative Sicherheit im Beobachten erlangt haben. Nehmen Sie mal in einem Gespräch (es sollte nicht gleich der wichtigste Geschäftspartner sein) bewusst eine ungewöhnliche Haltung ein, vermeiden oder intensivieren Sie einmal den Blickkontakt, setzen Sie Gesten in Augenblicken, die Ihnen eigentlich als unpassend erscheinen und beobachten Sie dabei die Reaktion Ihres Gesprächspartners. Vermutlich werden Sie Verwirrung diagnostizieren.

Durch Körpersprache die Ausstrahlung gezielt steuern
Wenn Sie diese Kunst des bewussten Einsetzens von Körpersprache beherrschen, werden Sie feststellen, dass Sie Ihre Ausstrahlung sehr gezielt steuern können. Sie können Sie verringern und ausbreiten, je nach Anforderung der Situation. Unsere Körpersprache bestimmt unsere Kommunikation zu über 50%. Es ist also mehr als lohnenswert, diese Sprache, die wir alle unbewusst sprechen, gezielt zu erlernen und einzusetzen. Dies gibt Sicherheit und Souveränität. Und auf Bildern werden Sie nie mehr die Arme verschränken.

Ich freue mich über Kommentare!
Liebe Grüße von
Julia Sobainsky

1 Antwort
  1. Gerhard
    Gerhard says:

    Interessante Beobachtung – ich meine, das mit den Fotos. Mag sein, dass Männer beim Posieren häufig die Arme verschränken – wobei diese Haltung bei Männern im Zusammenhang mit einem breitbeinigem Stand manchmal auch mit einem übermäßigen Bedürfnis nach Selbstbehauptung interpretiert werden könnte. Interessanterweise ist mir aufgefallen, dass Frauen im öffentlichen Straßenraum oft während des Gehens die Arme verschränken – dies wiederum habe ich bei Männern selten beobachtet. Die körpersprachliche Aussage „lass mich in Ruhe“ würde ich unterstreichen. Daneben werden beim Verschränken Arme und Hände gewissermaßen eingeklappt. Eine solche Haltung lässt rasches Handeln und Eingreifen – insbesondere bei Gefahr – nicht mehr zu. Aber auch ein Angriff ist so nicht möglich, die Person erscheint also auch unbedrohlicher. Ich vermute, für eine Interpretation kommt es immer auch auf den sozialen Kontext an – und selbst dann kann man falsch liegen.

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