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Schönheit oder Schönheitswahn?

Ab wann wird schön eigentlich zu schön bekloppt?

In der Sendung „Daheim + Unterwegs d+u“ des WDR-Fernsehen a. 26.7.16 haben wir uns diese und ähnliche Fragen gestellt.

Denn schön sein zu wollen ist sicherlich legitim, aber wir kennen auch den Schönheitswahn, bis hin zu krankhaften Varianten.

Eitel oder krank?

Wo sind die Unterschiede zwischen Eitelkeit und Krankheit? Ab wann ist es einfach nicht mehr schön?

Neben Magersucht und Bulimie kennen wir inzwischen eine sportlich-männliche Variante, den so genannten Adonis-Komplex. Bei diesem Phänomen trainieren betroffene (meist Männer) so exzessiv, dass es krankhaft ist.

Soziale Beziehungen werden vernachlässigt, bis hin zur Trennung vom Partner. Manche suchen nach einem Halbtagsjob, um mehr trainieren zu können. Training bestimmt das gesamte Leben, zusätzlich wird ein genauer Ernährungsplan eingehalten.

Ist das noch schön?

Gesund ist das nicht mehr – ist es denn wenigstens schön?

Wer ist schöner? Jemand, der sich krankhaft verkniffen jedes Gramm Speck abtrainiert, oder ein gelassener Mensch mit Lust und Sinnlichkeit, Freude am Essen und ja, möglicherweise auch mit ein paar Gramm mehr auf den Hüften?

Die Antwort fällt nicht schwer.

Dick ist toll?

Für mich definitiv nicht.

Auch, wenn es zum aktuellen „sei-perfekt-Trend“ im Internet eine Gegenbewegung gibt, die schlanke Frauen als „Hungerhaken“ deklariert.

Der beste Weg liegt, wie kann es anders sein, wie immer in der Mitte. Sport machen ist Gesund, gute Ernährung ein Zeichen von Selbstachtung, Schönheit wurde schon ewig besungen.

Weder dick noch extrem dünn halte ich für erstrebenswert. Weil es doch auch immer ein Zeichen ist, dass etwas nicht stimmt.

Die deutlich, öhöm, schwergewichtige Kollegin Sabine Asgedom schrieb das Buch „Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot“. Ich möchte ihr entgegenrufen „… und für Kurzatmigkeit auch!“

Wie perfekt müssen wir sein?

Müssen wir überhaupt?

Zugegeben: Auch mir macht das Alter Sorgen. Ich stehe inzwischen morgens weit weniger frisch aussehend auf, als noch vor einigen Jahren.

Nasolabialfalten schminke ich für meine Videos gerne hell über, um sie optisch zu kaschieren. War früher nicht nötig. Und ganz manchmal stehe ich vorm Spiegel und ziehe ganz leicht mit beiden Händen meine Wangen etwas nach hinten, um zu testen, wie bei mir ein Lifting aussehen würde.

In Würde …

Und dann sehe ich Stars oder Sternchen mit aufgespritzten Gesichtern, Schlauchbootlippen und setze mich rasch an den Rechner. Nicht, um einen Schönheitschirurgen zu konsultieren, sondern um einen Blogartikel zu schreiben.