Erfolg durch Ziele? The Secret im Alltag.

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Immer wieder setzen sich Menschen Ziele, die sie nicht erreichen. Oftmals mag es daran liegen, dass die Ziele schlecht ausformuliert sind, nicht genau, sehr unkonkret. Aber das trifft keineswegs immer zu. Oftmals werden auch „SMART“e Ziele nicht erreicht.

Seit Bekanntwerden von „The Secret“, „Law of Attraction“ und anderen Büchern dieser Art, gibt es Millionen von Menschen die versuchen, die Anleitungen und Tipps dieser Lehren umzusetzen. Und gerade bei bestimmten Themen oftmals mit wenig Erfolg.

Erfolg durch Ziele, wann geht das? Wie wirkt the secret im Alltag? Warum gelingt es jedem mit Erfolg, sich einen Parkplatz herbeizuwünschen, aber nicht mal eben die Millionen, den Traumpartner oder den begehrten Job? Diese Frage dürfte einige tausend mal pro Tag als Stoßgebet ins Universum gesendet werden.

Es gibt eine ganze Anzahl von Antworten auf diese Frage. Oftmals stehen Glaubenssätze im Wege, Antreiber oder andere persönliche Hindernisse.

Ein Punkt fiel mir vor einigen Tagen in einem Gespräch wieder in besonderem Maße auf. Ich unterhielt mich mit einer Person und wie so häufig hörte ich von meinem Gegenüber den Satz „irgendwann schreibe ich mal ein Buch darüber“. „Aha“, sagte ich, „spannend. Wann wird es erscheinen?“. Mein Gegenüber wirkte sichtlich irritiert. Klar, im Prinzip hat diese Person nicht wirklich vor, ein Buch zu schreiben. Wir unterhielten uns noch eine Weile genau darüber und es stellte sich heraus, dass mein Gegenüber sich überhaupt nicht vorstellen konnte, ein Buch zu verfassen. Das, was ihm fehlte, war das Gefühl dafür, wie es ist, zu schreiben.

Die Argumente sind dann zahlreich: „man findet ohnehin keinen Verlag“, „Lektoren lesen nur Bücher von Leuten, die sie kennen oder die ihnen empfohlen wurden“, „ohne Vitamin b wird das nichts“ usw.

Nun ist es so, dass auch ich mir in jeder beliebigen Stadt den Parkplatz herbeiwünschen kann, aber immer noch nicht die Millionen habe. In sofern kann ich das sehr gut nachvollziehen. Aber gerade mit dem Punkt „Buchschreiben“ weiß ich im besonderen Maße, wovon ich spreche. Erfolg durch Ziele funktioniert also auch bei mir nicht immer.
Ich schreibe gerade an meinem 2. Buch, also ist für mich das Gefühl „Buchschreiben“ inzwischen ein so normaler Zustand, dass ich weiß, dass ich noch weitere Bücher schreiben werde. Genauso geht es den meisten Menschen mit den Parkplätzen. Jeder weiß wie normal es ist, das eigene Auto irgendwo zu parken. Die Vorstellung davon, das Gefühl dafür, ist ohne Frage einfach vorhanden. Die Umsetzung ist dann nur noch ein Klacks.

Hingegen ist der Zustand „Millionärsein“ mir nicht so vertraut. Und es fällt mir schwer, mir vorzustellen, wie mein Alltag wäre, wenn ich Millionär wäre. Ich kann mir zwar denken, dass ich andere Dinge täte. Ich müsste mich z.B. um die Verwaltung des Geldes kümmern. Darum, dass es mehr wird, anstatt weniger (Zeitaufwand? Konkrete Tätigkeiten?– Keine Ahnung!). Ich würde vielleicht ein neues Haus bauen (sehr viel Arbeit!). Ich würde aber auch in jedem Fall meinen Beruf weiter machen. Allerdings könnte ich in Punkto Marketing neue Wege gehen, mein Budget kurzfristig zu erhöhen wäre kein Problem. Was genau würde ich machen (keine Ahnung.)?
Welche Auswirkungen hätte die finanzielle Situation auf meine Kinder (ebenfalls keine Ahnung)? Ich scheitere offenbar schon an der konkreten Vorstellung.

Wie man sieht, ist das Gefühl für die Millionen noch sehr unausgereift. Allerdings wäre genau das Gefühl dafür entscheidend, um die Millionen tatsächlich eines schönen Tages zu besitzen.

Doch wer traut sich schon so auf fremdes Terrain? Wer hat den Mut, so konkret zu träumen? Wenige. Die Angst davor, sich Hoffnungen zu machen, die hinterher enttäuscht werden, ist zu groß. Und so bewegen wir uns in einer Spirale des Nicht-Erreichens. Oder in der Spirale des Ewig-Gleichen. Denn nur der Mut, einen Traum so konkret wie möglich zu träumen, wird uns irgendwann in die Lage der Realisierung versetzen. Und nicht nur der Mut ist erforderlich, sondern auch der lange Atem. Denn immer wieder den Traum zu träumen, die konkrete Vision, weißt einem nötige Schritte zu.

Vielleicht wird der Weg oft unterschätzt? Vielleicht glaubt der eine oder andere, die Realisierung der großen Lebensziele müsse immer im gleichen Tempo erledigt sein, wie die berühmte Parkplatzsuche?
Ich will nicht mal ausschließen, dass das möglich ist. Aber alleine der Prozess der Imagination – so konkret wie nötig – dürfte einige Zeit mehr in Anspruch nehmen, als beim Parkplatz. Und in Anbetracht der Tatsache, dass Zeit ohnehin ein Konstrukt der menschlichen Wahrnehmung ist, stellt sich die Frage nach Zeiträumen ohnehin noch mal anders.
Die Macht des Willens und die Kunst des Wollens in allen Facetten zu beherrschen, scheint mir der einzige Weg, um Träume erfolgreich zu realisieren. Erfolg durch Ziele? Nur mit Willen und Wollen.

Herzlichst, Ihre
Julia Sobainsky

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  1. […] Dieselben Fakten. Drei verschiedene Sichtweisen. Und die Sichtweise wirkt ja auch wieder auf die eigene Motivation zurück, wie Julia Sobainsky in ihrem Blog schreibt. […]

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