Glücklich-Sein

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Glückliche Menschen haben das gewisse Etwas, diese Ausstrahlung. Sie ruhen in sich und darin liegt ihre Wirkung. Das Aus-Strahlen geht in der Tat von innen nach außen, setzt ein intaktes Seelenleben voraus. Und Glück zieht Glück an – es scheint verflixt, dass nur immer die es bekommen, die es ohnehin schon haben!

Aber was ist Glück? Ist es nicht purer Zufall, beeinflusst durch externe Umstände? Sind wir nicht alle dem  Schicksal ausgesetzt? Hat nicht einfach der eine mehr Glück, der andere weniger?

Ein unangenehmer Vorgesetzter, der Druck im Job, die übergroße Verantwortung. Als ob das nicht genug wäre, tagein tagaus. Dazu kommen Stress in der Beziehung und pubertierende Kinder, oder ein streitsüchtige Expartner, der einen ständig in die Pfanne hauen will. Nachbarn, die beim kleinsten Anlass zanken.

Kaum auszuhalten, man steht ständig unter Anspannung. Man wacht morgens auf, einen Fluch auf den Lippen, den Nacken verspannt, nach einer Nacht mit bleischwerem Schlaf, oder ständigen Wachphasen.

Wenn vieles zusammen kommt, fühlt man sich der Verzweiflung nah. Man möchte den Kopf in den Sand stecken, morgens nicht mehr aufstehen (man hat ohnehin schlecht geschlafen). Das Gehirn fährt Karussell.

Glück haben immer nur die anderen.

Man verstrickt sich in Selbstvorwürfe. Meint, die falschen Entscheidungen getroffen zu haben, oder noch zu treffen. Wie soll man da glücklich sein.

Ich habe in einem Buch folgenden Satze gelesen: „Die einzige Möglichkeit glücklich zu sein, besteht darin, zu beschließen, dass man glücklich ist.“

„Aber wir reden doch über Gefühle, wie kann man Gefühle beeinflussen?“, mag so mancher einwenden.

Ja, leicht ist es vielleicht nicht. Aber es geht. Gut sogar.

Unsere Gedanken steuern unsere Gefühle.

Lassen Sie mich kurz an einem einfachen Beispiel erklären: Nehmen wir die Montage. Viele Menschen mögen die Montage nicht. Und so verwundert es nicht, dass das Gemecker bereits am Sonntagabend losgeht. „Oje, morgen ist Montag!“. Und Montagmorgens hört man dann „Montagfrüh um acht und die Woche nimmt kein Ende!“.

Der Montag wird also als negativ bewertet. Aber neutral gesehen: Ist ein Montag wirklich so schrecklich? Es ist einfach ein Wochentag. Nicht mehr und nicht weniger. Es kommt drauf an, was man draus macht.

Man könnte ebenso denken: „Hey, morgen ist Montag. Schön, dann sehe ich Kollege xy wieder.“, oder vielleicht sogar „morgen darf ich wieder arbeiten. Ich mag meinen Job. Ich habe einen Job und bin nicht arbeitslos, wie so viele andere“.

So kann man denken, selbst wenn der eigene Beruf auch negative Aspekte mit sich bringt. Ich kann meine Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte richten.

Die Stimmung jedoch, die man hat, wenn man an Montage denkt, ist in diesen beiden Beispielen jeweils eine sehr unterschiedliche. Dies nur um zu verdeutlichen, wie sehr das persönliche Gefühl von der Bewertung eines Gedankens abhängig ist.

Was hat das alles mit Glück zu tun?

Steve de Shazer, der große Systemiker, formulierte: „Energy flows where attention goes“. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Sie fließt dort hin, wohin wir unsere Gedanken lenken. Wenn ich meine Gedanken auf die negativen Aspekte meines Lebens lenke, dann fließt dorthin meine Energie, mein Blickpunkt. Nein, glücklich werde ich so nicht. Im Gegenteil. Ich versacke mit der Zeit immer tiefer in meinem Sumpf aus Unglück und Selbstvorwürfen.

Ja, ich höre Ihre Argumente „aber ich kann meine Probleme doch nicht ignorieren!“. Das ist korrekt und verlangt auch keiner.

Ich kann mich aber bemühen, sie unter einem lösungsorientierten Ansatz zu betrachten. Ich kann mich zwingen, dennoch den Blick auf die positiven Seiten meines Lebens zu ziehen. Auch wenn es einem mitunter als eine unendlich schwere Übung erscheinen mag: Es geht! Es ist eher eine Frage der Disziplin, als der Fähigkeit.

Ja, es ist mühsam, immer wieder den Blick zu heben und einen positiven Aspekt zu suchen, wo man kaum einen zu finden erwartet. Es kostet Kraft, sich immer wieder in Metapositionen zu begeben, anstatt der eigenen Bequemlichkeit nachzugeben und zu jammern, oder sich gar aufzugeben. Und es kann auch sein, dass es einige Zeit in Anspruch nimmt, bis es einem gelingt.

Aber es ist möglich! Es ist sogar der einzige Weg zum Glück. Beobachten Sie mal die Sichtweise glücklicher Menschen. Sie werden sehen, dass diese genau das tun. Auf diese Weise zieht Glück dann Glück an.

Und es lohnt und belohnt alle Mühen.

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