„Werde berühmt“

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„Baue Deinen Burger und werde berühmt.“

„Gewinne das Voting und werde berühmt.“

Das sind Sätze, die ich heute in einer bekannten Fast-Food-Restaurant-Kette lesen konnte.

Irgendwie hat mich das ein wenig schockiert – man soll es kaum glauben, weiß ich doch, dass wir in einer Casting-Gesellschaft leben. Dennoch: Was fasziniert Menschen daran, berühmt zu sein? Spannender noch: Berühmt um jeden Preis? Berühmt wegen eines Burgers? „Sie erlangte Weltruhm, als sie den Burger zusammenstellte“. Soll so ein Nachruf aussehen? Komisch, mir wäre das peinlich.

Ist dieser Casting-Gesellschaft nichts peinlich? Natürlich, kann schon sein, dass jeder seine 15 Minuten Ruhm im Leben braucht. Aber wenn es nur 15 Minuten sind, sollte man dann das Thema nicht etwas besser auswählen? Wäre es nicht schön, 15 Minuten lang berühmt für etwas Großartiges zu sein?

Andererseits frage ich mich im gleichen Moment: Warum sollte es peinlich sein? Werte scheinen neu gesetzt zu werden. Und was mir persönlich peinlich wäre, ist für einen anderen Menschen, der all die Reality-Soaps im Fernsehen sieht, vielleicht ein erstrebenswerter Moment. Denn im Zuge unserer Mediengesellschaft ist der erstrebenswerteste Zustand der des Wahrgenommen-Werdens. Dafür scheinen Menschen heute alles hinzugeben. Guten Ruf, gesellschaftliche Stellung, sozialen Rückhalt.

Ich bin vom Aussterben bedroht. Nicht, dass die Mediengesellschaft an mir vorbeigegangen wäre. Ganz im Gegenteil. Ich lebe davon, Authentizität zu inszenieren. Aber ich lege Wert auf den besten Moment. Ich wünsche mir für mich (und meine Kunden) die Inszenierung des besten Ichs. Und da passt der der Burger nicht ganz ins Bild. Denn als Fast-Food möchte ich doch nicht gelten.

Ich lasse meine Gedanken schweifen. Ich komme zu keinem Ende. Aber es ist spannend, die Dinge zu beobachten.

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